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Lena Gorelik
„Verliebt in Sankt Petersburg. Meine russische Reise“

Verlag SchirmerGraf  € 17,80

Nicht mit Peter, ihrem Freund, sondern mit Jost, ihrem besten Freund, reist Lena Gorelik nach Sankt Petersburg. Dort wurde sie geboren und kam  dann 1992 als "Kontingentflüchtling" mit ihrer russisch-jüdischen Familie nach Deutschland. Und da sie mit Jost reist, gibt es schon die ersten Familienprobleme. Sie will ihm ihre Stadt zeigen, teilt sie ihren Verwandten mit. Doch diese reagieren hysterisch und fragen nach, wer dieser Typ sei und ob sie sich von Peter getrennt habe. Typisch russisch, typisch jüdisch, also ständig besorgt - eine Mischung, die in diesem Fall erst einmal alles auf den Kopf stellt.
Der Roman ist eine eindrucksvolle Hommage an die Geburtstadt der Autorin. Die wunderschöne Stadt an der Newa wird jenseits von Eremitage und Weißen Nächten erfahrbar gemacht, mit schalkhaftem Blick hinter die Kulissen und in den Alltag.
Bevor es los geht muss erst einmal ein Visum für Jost besorgt werden, der sich das einfach vorstellt, was aber nicht der Fall ist. Und Lena ist eine Doppelpass-Inhaberin, was sie auch gleich ändern will. Leider haben sie es mit russischen Beamten zu tun - und da sind Katastrophen vorgeplant. Angekommen in Sankt Petersburg lernt Jost das Leben in mit der Familie kennen, aber auch unglaubliche Geschichten über Aberglauben. So zum Beispiel, dass er in der Wohnung Hausschuhe tragen und nicht auf Socken gehen sollte, da man nicht weiß ob der Hausgeist "Domowoi" Socken überhaupt mag. Wenn man etwas prophezeit, wie, dass es bestimmt eine schöne Zeit in Petersburg wird, dann heißt es gleich "Spuck". Doch bevor Jost das richtig macht, blamiert er sich erst einmal kräftig. Noch eine Handlung ist wichtig: Wenn man eine Reise antritt, müssen alle noch einmal sitzen, bevor man das Haus verlässt. Bis das ein Fremder kapiert.....
Reisender kommst Du nach Russland, so proste niemanden mit "Na Sdorowje" zu, denn das ist nicht Russisch, das ist Polnisch. Besser ist, man hält eine Rede, und die muss so emotional sein, dass am Schluss alle gleichzeitig weinen und lachen.
Und dann im Juni die Weißen Nächte, der Mythos schlechthin in Sankt Petersburg. Paris als Stadt der Liebe ist out. Sankt Petersburg im Juni, das ist die Liebe. Jedoch sieht die Realität anders aus. Alle sprechen von den Weißen Nächten, aber von den Mücken im Juni spricht niemand - auch das gehört zur Reise nach Sankt Petersburg.

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Dieser Roman ist eine eindrucksvolle Hommage an die Geburtstadt der Autorin - die wunderschöne Stadt an der Newa wird jenseits von Eremitage und Weißen Nächten erfahrbar gemacht, mit schalkhaftem Blick hinter die Kulissen und in den Alltag. Lena Gorelik liefert Insiderwissen, mit dem Sie bestimmt in keine menschliche oder Touristenfalle tappen.

Wie gut, dass Lena Gorelik kein Mythos, sondern eine der wenigen jungen Schriftsteller ist, der es mit gerade mal 28 Jahren vergönnt ist, zu den erfolgreichsten Autoren in deutscher Sprache zu gehören. Ihr erster Roman "Meine weißen Nächte" (2004) wurde vom Magazin bücher als "der beste neue Roman und ein absolut hinreißendes Buch" gelobt.
Ihr zweiter Roman "Hochzeit in Jerusalem" war 2007 für den Deutschen Buchpreis nominiert. Gerade wurde Lena Gorelik mit dem Ernst-Hoferichter-Preis 2009 ausgezeichnet. Die Laudatio hielt Sten Nadolny.
Autor: Lothar Ruske / März 2009

Am 15. Mai 2009 ist Lena Gorelik Gast im Literarischen Salon.



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